Veröffentlicht am 2. Mai 2021

Gewohnheiten entwickeln mit dem 1000 Minuten Experiment

Marie mit einer Liste in der Hand mit den Tagen des Monats und der Überschrift 1000 Minuten Experiment. In der ersten Zeile ist etwas eingetragen.

Gewohnheiten sind der Anker in meinem Leben voller Abwechslung. Ich bin ein neugieriger Mensch. Ich möchte vieles Ausprobieren, viel Lernen und es darf bitte keine Langeweile aufkommen. Gleichzeitig möchte ich mich weiterentwickeln. Nicht immer nur und immer wieder Anfänger sein. Deshalb mache ich dieses Experiment für mehr Fokus und Tiefe zum Entwickeln einer Gewohnheit. Einen Monat nur eine Sache. 

Meine tägliche Gewohnheit am Morgen

Ich übe seit etwa 10 Jahren täglich eine Yoga-Morgenroutine. Das bedeutet in meiner Definition, dass ich täglich im Idealfall 20-90 Minuten körperliche Stellungen übe (Asanas), etwa 20 Minuten Atemübungen mache (Pranayama) und dann noch im Stillen 20-45 Minuten Meditation. Das liest sich sehr ehrgeizig und das ist es auch. Und ehrlich gesagt, sind es nur wenige Tage im Jahr, an dem ich das Maximum praktiziere. Meistens ist es die gute Stunde = 20+20+20 Minuten. In manchen Phasen lasse ich die Meditation länger sein, mal habe ich mehr Lust auf Pranayama und mal habe ich gar keine Lust auf körperliche Bewegung. Es gibt bei mir nicht die feste Abfolge, die ich seit Monaten oder gar Jahren übe.  Ich liebe meine Morgenroutine. Sie hilft mir gut in und durch den Tag zu kommen. Wenn ich nur 2-3 Tage nicht meiner Gewohnheit folge, merke ich bereits, dass mir etwas fehlt. Mir hilft dieser Start in den Tag dabei mich zu fokussieren und meine vielen Aufgaben erfolgreich zu erledigen. Mir fällt es inzwischen sehr leicht und ich weiß, dass ich mir damit Gutes tue.  Ich bin mit meiner Morgenroutine und anderen täglichen Gewohnheiten schon so weit, dass es mir nicht mehr schwer fällt jeden Tag dran zu bleiben. Meine persönliche Herausforderung ist, dass ich nicht an einer Sache festhalten kann. Ich mische munter Stile, Längen, Abfolgen. So mache ich zwar jeden Tag Yoga, aber ich habe trotzdem ein immer größer werdendes Gefühl von Unruhe in meiner täglichen Praxis. 

Gewohnheiten entwickeln ohne Langeweile

Mir wird schnell langweilig. Ich schaffe es nicht, längere Zeit am Stück bei einer Praxis zu bleiben. So jongliere ich mit allen Techniken, die ich in den letzten Jahren gelernt und ausprobiert habe. So habe ich bisher in keiner Technik und in keinem Stil eine wahre Meisterschaft erlangt. Ich fühle mich immer wieder wie eine fortgeschrittene Anfängerin, obwohl ich so viel und lange praktiziere. Selbst in dem Stil, in dem ich meine Ausbildung gemacht habe, fühle ich mich nicht wie ein Profi (vielleicht bin ich hier auch zu hart zu mir selbst).  Das stört mich soweit auch nicht, weil ich mich genauso sehr gut fühle. Es gibt aber eine Sache, die mich in den letzten Monaten in der Pandemie beim Praktizieren gerade bei Online-Yoga immer mehr stört. Das Angebot ist so groß und ich springe noch mehr als vorher. Einen Tag HIIT-Workout, den nächsten Yin Yoga, dann Jivamukti, wieder Ashtanga und dann wieder ein Workout.  Fakt ist: So bekomme ich immer wieder Muskelkater, aber ich komme nicht richtig voran. Und da hatte ich Ende April 2021 die Idee. Ich versuche einfach mal einen Monat lang 1000 Minuten nur einen Stil zu praktizieren. Das sind im Schnitt 30 Minuten am Tag, also in meinem üblichen Rahmen, der schon gesetzt ist. Ich muss mich also zeitlich nicht umstellen, sondern nur den Inhalt in den Fokus nehmen. 

1000 Minuten für eine Gewohnheit

Ich brauche die Abwechslung. Ich kenne mich sehr gut. Mich nur auf einen Stil oder eine spezielle Abfolge festzulegen, klappt nie besonders lange. Meist ist mein Punkt von “Laaaaaangweilig” nach circa 21 Tagen erreicht. Spätestens an dem Punkt ändere ich meine Meditation, oder die Abfolge der Atemübungen oder mache einfach eine Pause von 1-2 Tagen.  Ich habe also eine Herausforderung gesucht, die für mich machbar ist, mich aber trotzdem fordert. Auf die neugierige Art. Also dachte ich mir, ich bleibe einfach bei einem Stil. Zumindest für einen Monat. Und dann kam nach kurzer Rechnung die schöne Zahl 1000 dabei heraus. 30 Minuten jeden Tag. Das klingt schaffbar. Und wenn ich in eine Sache 1000 Minuten in einem Monat investiere, sollten bereits nach vier Wochen Fortschritte spürbar sein.  Vier Wochen sind zwar nicht viel, aber sie erlauben zumindest auch Phasen und Tagesformen zu erkennen und in die Bewertung (Ist das was für mich?) einfließen zu lassen. Wenn ich zumindest für einen Monat an einer Sache dran bleibe, gebe ich ihr mehr als eine zweite Chance 

Was ist genau der Plan?

Ich werde mir jeden Monat ein Thema Aussuchen, mit dem ich 1000 Minuten verbringen möchte. Ich habe aktuell verschiedene Yogastile im Kopf (Ashtanga, Kundalini, Iyengar), aber auch das Thema Lesen ist in meinem Hinterkopf. Ich lese viele Sachbücher und möchte gerne mehr Belletristik lesen. Aber jetzt ist das noch nicht dran. 1000 Minuten sind etwa 30 Minuten am Tag. Eine Yogastunde dauert zwischen 60-90 Minuten, so dass ich innerhalb dieses Experiments flexibel bin. Ich habe mich ganz bewusst für diese 1000 Minuten pro Monat entschieden, weil ich gerade nicht eine (weitere) tägliche Routine haben wollte. Das Ganze soll Spaß machen und kein Stress sein. Außerdem habe ich so den ganzen Monat Zeit, mein Ziel zu erreichen und bin nicht schon gescheitert, wenn ich ein paar Tage nichts mache. 

Was würdest du auswählen? Vielleicht möchtest du dich einem Musikinstrument widmen, einer Handarbeitstechnik, Kochen lernen, eine Sprache? Es gibt so viele Dinge!  Wenn du einen Monat lang 1000 Minuten in diese eine deine Sache steckst, kannst du nach vier Wochen spüren, wie es sich anfühlt. Willst du weitermachen oder zum nächsten Springen? Ist das wirklich deins oder war es nur so eine fixe Idee? Probiere es aus! Und hab Spaß bei deinem 1000 Minuten Experiment. 

Gewohnheiten entwickeln durch Experimente

Ich liebe Routinen und Gewohnheiten. Aber es macht zu keinem Zeitpunkt Sinn, dass ich mich zu etwas zwinge. Einfach nur dran bleiben, um mir meine eigene Disziplin zu beweisen, führt zu nichts. Der Schlüssel ist, sich immer wieder zu fragen, warum mache ich das eigentlich? Ja, es braucht ein bisschen Selbstdisziplin, um sich gute Gewohnheiten anzugewöhnen. Und vielleicht noch mehr, sich schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen. Aber es darf (und sollte sogar!) spielerisch sein. Und in einem Rahmen, den ich persönlich für mich machbar und schaffbar finde. Und genau aus diesem Grund finde ich die Idee eines monatlichen Experiments so spannend. So habe ich zwar ein Commitment, aber der Zeitraum ist überschaubar. Die 1000 Minuten pro Monat sind nicht übermäßig viel, aber durch den Fokus gleichzeitig eine Herausforderung. Es darf nicht zu leicht sein.  Das möchte ich mit dem 1000 Minuten Experiment erreichen: 

  • Fundierte Erfahrungen machen
  • Lernen (z.B. neue Yogalehrer und Schulen entdecken)
  • Mehr Fokus im Alltag (Die Entscheidung “Was soll ich machen?” fällt weg)
  • Stolz auf mich sein, dass ich 1000 Minuten geschafft habe
  • Spaß haben

Und was sind die ersten 1000 Minuten?

Ich werden mein Experiment im Mai 2021 mit Ashtanga Yoga beginnen. Wie du oben auf dem Bild siehst, habe ich dafür eine Monatsliste ausgedruckt, auf der ich die Minuten aufsummiere. Und natürlich werde ich einen Artikel dazu schreiben, wenn der Monat vorbei ist. Ich habe bis dato (am Nachmittag des 2. Mai) 2x 75 Minuten praktiziert. Ich denke, dass die Anfangsmotivation etwas nachlassen wird, aber ich bin sicher, dass ich die 1000 Minuten schaffe. Und ich bin jetzt schon neugierig, wie weit meine Fortschritte gehen werden. Ich freue mich, wenn dich dieser Artikel inspiriert, dein eigenes 1000 Minuten Experiment zu starten. Hast du vielleicht schon eine Idee? Du musst auch nicht bis zum nächsten Monatsersten warten. Starte einfach heute dein eigenes 1000 Minuten in 30 Tagen Experiment und sei neugierig, was du erlebst.

Update: Durchgeführte Experimente seit Mai 2021

Die ersten Monate sind rum und hier kannst du meine Erfahrungen nachlesen:

 

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3 Kommentare

  1. Dagmar

    Danke für den Artikel! – Das finde ich eine richtig gute Idee, sich (oder den sogen. Schweinehund) auszutricksen. – Ich habe schon vieles versucht, und diese Liste würde ich auch gern probieren.
    Ich bin gespannt. 🙂

    Antworten
  2. Katrin Gerke

    Ich suche immer mal wieder nach Möglichkeiten, neue Gewohnheiten einzuüben. So bin ich auf deine 1000-Minuten gestoßen. Diese Zahl reizt mich und ich will das auf jeden Fall ausprobieren.

    Nur: Was werde ich mir als erstes Projekt vor nehmen? Mir fallen gleich mindestens 6 ein. Niederländisch lernen, Blog schreiben, Stabitraining machen, Meditation…..

    Am Montag will ich starten, also hab ich noch etwas Zeit, um mich zu entscheiden.

    Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für den Tipp!

    Antworten
    • MarieSchrader

      Liebe Katrin. Du hast ja noch soviel Leben vor Dir. Du kannst also alles entspannt nacheinander machen. Ich habe in meine Entscheidung mit dem Lesen im Juni z.B. auch einfließen lassen, dass es wohl warm wird (also keine Sportart). Vielleicht liegen bei dir auch Urlaubstage oder andere Termine an. Vielleicht hilft dir einen Blick auf den Kalender, dich zu entscheiden. Viel Spaß!

      Antworten

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