Veröffentlicht am 11. September 2021

1000 Minuten Experiment #4: Pranayama

Frau hält sich mit zwei Fingern in einem Yogamudra ein Nasenloch zu

Der August 2021 war bereits der vierte Monat meiner Reihe der 1000 Minuten Experimente. Warum ich diese Reihe gestartet habe, kannst du in meinem Artikel Gewohnheiten entwickeln mit dem 1000 Minuten Experiment nachlesen. Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen etwas anzugehen, was eigentlich schon Teil meiner Routinen war, aber trotzdem immer wieder runtergefallen ist: Pranayama. Wenn du mit Yoga nicht so viel zu tun hast, dann kennst du das Wort vielleicht nicht. Pranayama sind im Yoga die Atemübungen. Es gibt viele verschiedene Übungen und unzählige Variationen. 

Was ist Pranayama überhaupt?

Prana bedeutet Lebensenergie und Ayama Kontrolle oder auch Erweiterung. Bei der Übung von Pranayama geht es also darum mit Hilfe des Atems die eigene Lebensenergie, das Prana, zu steuern und zu steigern. In vielen Yogatraditionen hat Pranayama klassischerweise einen festen Platz. In einer normalen Yogastunde im Studio werden allerdings nicht oft Atemtechniken gelehrt. Die körperlichen Übungen stehen im Vordergrund. Pranayama ist für mich allerdings im Laufe der Zeit zu einer sehr geschätzten Praxis geworden. Deshalb habe ich mich für dieses Experiment entschieden, um mich ein bisschen in die tägliche Praxis zu schubsen.  

Welche Pranayama-Übungen gehören für mich dazu

Zu meiner Morgenroutine gehört die Kombination von Schnellatmung (Kapalabhati) und Wechselatmung (Anuloma Viloma). Beide Übungen kommen vor der Meditation und können unterschiedlich lang und intensiv ausgeführt werden. Es gibt zahlreiche Variationen, etwa mit Körperhaltungen oder Visualisierungen. Die Wirkungen von Kapalabhati sind schneller spürbar, die der Wechselatmung halten länger an.

Bei der Schnellatmung (Kapalabhati) wird rhythmisch und kräftig durch die Nase ausgeatmet. Die Einatmung geschieht von selbst. Der Bauch bewegt sich dabei mit jedem Ausatemzug nach innen. Ein anderer Name für diese Übung ist Feueratem. Diese Übung soll das innere Feuer anfachen. Die Energie hilft am Morgen wach zu werden und mit der Praxis zu beginnen. 

Bei der Wechselatmung (Anuloma Viloma) wird abwechselnd durch eines der beiden Nasenlöcher ein und ausgeatmet. Die Finger befinden sich dafür in einer speziellen Haltung, auch Mudra genannt (siehe Foto). Bei der Variation, die ich übe, gibt es dazu noch eine Anhaltephase nach dem Einatmen. Diese wird im Laufe der Praxis immer länger, so dass das Atemvolumen steigt. Diese Übung unterstützt auf körperlicher Ebene die Funktion und Reinigung der Lunge. Auf der geistigen Ebene sorgt das abwechselnde Ein- und Ausatmen dafür, dass innere Balance hergestellt wird. Diese Atemübung beruhigt und bildet somit den perfekten Übergang zur Meditationspraxis.  

Was habe ich erwartet und wie war es wirklich

Ich habe mich entschieden mit einem Extra-Boost anzufangen und habe an einer Online Pranayama Intensiv-Woche teilgenommen. Jeden Morgen 75 Minuten Atempraxis. 7 Tage am Stück. Mir ging es diesen Monat ja nicht darum, etwas Neues auszuprobieren und in mein Leben zu holen, sondern darum eine etwas vernachlässigte aber wichtige Praxis mit neuem Leben zu erfüllen. Ich hatte das Glück, dass Yoga Vidya Anfang August gerade zur rechten Zeit eine Intensiv-Woche anbot. So konnte ich 7 Tage gleich zu Beginn etwa 75 Minuten täglich mit Anleitung üben. Rein psychologisch ist das ein super Trick. Wenn ich eine Woche lang jeden Morgen von 5:30 bis 7:00 Pranayama übe, dann werde mir später 30 Minuten ganz leicht fallen

Fundierte Erfahrungen machen

Pranayama war keine neue Praxis für mich. Auch die längeren Einheiten der Intensiv-Woche kannte ich schon aus meiner Ausbildung, von Seminaren und aus eigener Praxis. Allerdings habe ich nach langer Zeit wirklich jeden Tag praktiziert und keinen Tag ausfallen lassen. Dadurch konnte ich die Erfahrung machen, dass es geht (wenn ich es einrichte). Auch hatte ich in diesem Monat gute Laune und viel Energie für meine Aufgaben. Das kann auch an anderen Dingen gelegen haben, aber zumindest hat die tägliche Pranayama Praxis das positiv unterstützt. 

Lernen

Etwas Neues zum Ablauf und zu den Techniken habe ich kaum gelernt. Aber etwas anderes ist mir klar geworden, das ich zukünftig umsetzen möchte. Es hilft für die tägliche Umsetzung am Morgen, wenn ich nicht selber denken muss. Also einfach einer Anleitung zuhören ist viel einfacher und schöner, als wenn ich alle Übungen und Zeiten selbst am Handy auswählen muss. Ich nutze dafür bisher meistens den Pranayama-Timer der Yoga Vidya App. Aber selbst die einfache Bedienung dort, muss ich einstellen. Ich bin dabei mir eine Audio-Datei zusammenzustellen, die alles kombiniert. Die beiden Atemübungen und den Timer für die Länge der Meditation. So dass ich nur einmal Play drücken muss. Weniger Zeit und Denken am Handy bedeutet morgens schneller in die Praxis kommen. 

Mehr Fokus im Alltag ➡️

Ich habe mich für 1000 Minuten Pranayama entschieden, weil ich schon wusste, dass diese Praxis gut für mich ist. Der Fokus im Alltag ist nicht direkt und unmittelbar spürbar. Allerdings ist die Kombination meiner gesamten Praxis wichtig für mich Leben. Ich ziehe daraus meine Energie, meine Ruhe und meine gute Laune. 

Stolz auf mich sein, dass ich 1000 Minuten geschafft habe ➡️

Ich bin stolz, dass ich jeden Tag praktiziert habe. Das 1000 Minuten Experiment ist ja bewusst so aufgebaut, dass ich auch vor- bzw. nacharbeiten könnte. Also nicht unbedingt das Tägliche im Mittelpunkt steht. Daher freue ich mich besonders, dass ich beides kombiniert habe. Die 1000 Minuten und die tägliche Praxis.  

Spaß haben ➡️

Spaß und Freude ist auf jeden Fall das Resultat einer regelmäßigen Atempraxis. Vielleicht nicht gerade im Moment der Übung, aber ganz bestimmt danach. Ich merke, dass mir die Meditation umso leichter fällt, je konzentrierter ich die Atemübungen vorher ausgeführt habe. Und eine schöne Meditation gibt dem Tag gleich zu Beginn ein gutes Fundament. 

Was bleibt vom 1000 Minuten Experiment Pranayama

Ich bin so froh, dass ich diese 1000 Minuten absolviert habe und mir jetzt die täglichen 30 Minuten Pranayama ganz leicht fallen. Ich habe erst am eigenen Leib spüren müssen, dass es gar nicht so viel und anstrengend ist. Genauer gesagt, ist es sogar ein super Start in den Tag und erleichtert den Einstieg in die anschließende Meditation. Ich bastle jetzt noch an den Feinheiten meiner Audiodatei mit allen Übungen und Zeiten, so dass ich dann in Zukunft einfach nur noch einmal Play drücken darf, um meine Morgenpraxis zu genießen. 

Was ist das nächste 1000 Minuten Experiment

Für den September 2021 habe ich mir vorgenommen 1000 Minuten für meine Astrologie-Weiterbildung bei Luisa zu lernen. Ich schreibe diese Zeilen am 9. September und muss zugeben, dass ich die ersten 9/30 Tagen im September noch nichts für dieses Experiment gemacht habe. Mir war klar, dass ich mich mit diesem Experiment herausfordere. Ich will lernen und ich will mir Zeit nehmen dafür. Allerdings habe ich eine Schranke im Kopf, die mir sagt, dass es sich nicht lohnt anzufangen, wenn ich nicht mindestens 2 Stunden Zeit habe. Und genau das, hat mich bis heute zurückgehalten. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Heute Nachmittag geht es los!  

Hast du vielleicht auch eine Idee, welche neue Gewohnheit du in dein Leben holen möchtest? Im August hatte ich geplant im September Kundalini-Yoga in den Fokus zu nehmen. Aber ich wollte mich herausfordern und meine Lern-Routine finden. Also habe ich nochmal umgeplant und Kundalini-Yoga wird vielleicht dann im Oktober drankommen. Jetzt geht’s um mehr Theorie zum Mond und den anderen Planeten. 

Hier der Link zu meinen anderen 1000 Minuten Experimenten

 

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